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Pflanzenherkunft

Informationen, bezüglich der Pflanzen:

1.Taxonomie.

So weit als möglich werden die neuesten Änderungen in der Taxonomie berücksichtigt. Im Allgemeinen basieren die Namen für Europäische Orchideen auf Pierre Delforge, 2009 und C.A.J. Kreutz, 2024. Die Gattung Orchis wurde von Pridgeon et al., (Lindleana 12(2): 89-109,1997) neu gegliedert. Dabei wurde die Orchis Gruppe mit 2n=36 Chromosomen in die Gattung Anacamptis eingefügt. Später, im Jahr 2009, wurde die alte Gattung Orchis in verschiedene neue Gattungen aufgeteilt. Da Sie möglicherweise mit den neuen Namen noch nicht vertraut sind, wird in der Pflanzenliste der Name “Orchis” zusätzlich in Klammern angegeben.

2. Zur Herkunft der Pflanzen.

In der Gärtnerei besteht seit vielen Jahren ein großer Bestand an Mutterpflanzen. Diese Pflanzen sind behördlich genehmigt  und legal. Viele Arten  aus den Gattungen  Anacamptis, Orchis und  Ophrys werden  im Freiland kultiviert und sind in Südbayern völlig winterhart. Arten wie Ophrys apifera, Ophrys insectifera, Ophrys fuciflora, Ophrys  sphegodes, Anacamptis morio,  Anacamptis coriophora,  Anacamptis palustris and Anacamptis  pyramidalis wurden  mit Pollen nicht winterharter Arten aus dem mediterranen Gebiet bestäubt. Die resultierende Winterhärte der  entstandenen Hybriden wird in den  jeweiligen Beschreibungen  angegeben. Pollen und Samen stammen teilweise von  Botanischen Gärten  innerhalb Europas. Darüber hinaus wurden Samen und Pollinien auch aus Australien erhalten.  Auf dem fünften Kontinent existieren  einige sehr wertvolle Sammlungen  von Erdorchideen, einschließlich europäischer Arten. Ich unterstütze wissenschaftliche Arbeiten zur Ökologie und Erhaltung der Orchideen in der Natur und bin immer gerne bereit für wissenschaftliche Projekte einen Beitrag zu leisten. Falls Sie mir Samen für die Vermehrung zusenden, beachten Sie die Naturschutzgesetze. Samen dürfen nur von Kulturpflanzen geerntet werden. Ein herzliches Dankeschön geht an die  Personen, welche Samen zur Verfügung  gestellt haben.

3. Kultur.

Alle angebotenen Pflanzen zeigen ein ausgeprägtes Muster von Wachstum und Ruhezeit. Die ausgereiften Samen werden zur gegebenen Zeit mit Hilfe von Mykorrhizapilzen ausgesät.  Im zweiten Jahr werden potenziell winterharte Pflanzen zur Prüfung der Winterhärte ins Freiland in Beete gepflanzt. Da die Winter in Südbayern streng sein können, werden die Pflanzen während der stärksten Fröste abgedeckt. Der beste Frostschutz ist jedoch Schnee, denn unter einer mindestens 20cm dicken Schneedecke fällt die Temperatur nicht unter -5°C. Im Sommer sind mediterrane, sommerruhende Pflanzen vor übermäßigem Regen geschützt.

Gewöhnlich behalten die Pflanzen ihren Symbiosepartner (Mykorrhizapilz) für ihr ganzes Leben. Während der Ruhezeit überdauert der Symbiosepilz vermutlich als Sporen auf der Oberfläche der Knollen oder innerhalb von Wurzeln. Zu Beginn der Wachstumsperiode besiedelt der Symbiosepilz das Substrat ausgehend von den Knollen und etabliert sich im Boden. Von dort aus werden neu gebildete Wurzeln frisch infiziert. Für den Fall, dass der Boden ungeeignet für den Symbiosepilz ist, kann dieser nicht auswachsen und die Orchidee verliert ihren Symbiosepartner. Normalerweise, in geeigneten Substraten, brauchen Sie sich jedoch niemals um den Pilz zu kümmern.

Seit der Düngung mit Langzeitdünger, bereits während dem Eintopfen, wird nur noch selten mit 0,2g/l Peters Excell oder Kristalon rot gedüngt. Auch kommerzielle Orchideendünger sind bei gelegentlicher Anwendung geeignet.

4.Substrat

Die  Zusammensetzung geigneter  Substrate wird bei den einzelnen Pflanzenbeschreibungen  angegeben. Die besten Ergebnisse werden mit Holzfasersubstraten erzielt. Solche Substrate wurden erstmals in der Schweiz von der Intertoresa AG in Zusammenarbeit mit Prof.  Penningsfeld als Torfersatz entwickelt. Dabei werden Nadelhölzer  zerfasert und durch Dampf, Druck oder andere Behandlungen mit Stickstoff (N), weiteren Mineralien und verschiedenen Stoffen imprägniert oder fermentiert. Verschieden  imprägnierte Holzfasern wurden mir von der Intertoresa AG zur Verfügung  gestellt und auf ihre Eignung für die Erdorchideenkultur getestet. Ein speziell für Erdorchideen geeignetes Produkt wird nun von der Intertoresa AG hergestellt und  als Toresa-Orchideenkultursubstrat verkauft. Bitte, fragen Sie danach bei Ihrem  Gartencenter.

5. Bemerkung.

In Anbetracht der enormen  Variabilität  natürlicher Populationen und den zahlreichen ungeklärten taxonomischen  Fragestellungen ist dies nur sinnvoll, falls die genaue Herkunft der Samen angegeben werden kann. Pflanzen ohne gesicherte Herkunft sind  für die Erhaltung der  Arten aus Sicht des Naturschutzes wertlos.

Bitte  pflanzen Sie keine Hybriden in die Natur, da diese die natürlich vorkommenden Arten beeinflussen  könnten. Eingebrachte Pflanzen stehen auch im  Wettbewerb mit natürlichen Arten um Wachstumsfaktoren und Mykorrhizapilze.

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